Ein frohes neues Jahr...

....schickt seine Boten voraus, in Form von Böllern, Raketen, Wunderkerzen.........
Für uns Menschen gehören diese Dinge und eine ausgelassene Feier zu einem gelungenen Jahreswechsel dazu.
Für viele Hunde ist die Zeit um Silvester der blanke Horror.
Schon Tage vorher und noch Tage danach knallt und zischt es aus allen Richtungen.

FeuerwerkHunde haben ein sehr gutes Gehör, welches sie für verschiedene Dinge benötigen:

  • Kommunikation
  • Ortung von eventueller Beute
  • Ortung von eventueller Gefahr

Dementsprechend schnell reagieren Hunde auf Geräusche, um angepasste Reaktionen wie Lautgebung, Jagd oder Flucht abzurufen.
Da jeder Hund ein Individuum ist, zeigt er auch eine individuelle Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen und manch Hund reagiert überempfindlich oder ängstlich auf plötzlich auftretende Laute.

Angst ist überlebenswichtig. Ohne diese wichtige Fähigkeit bei Gefahr oder Bedrohung Angst zu empfinden und dementsprechend zu reagieren, würde kein Tier lang überleben.
Angst ist eine angeborene Emotion und dient dazu, bedrohliche Reize zu beurteilen und dem Körper und Gehirn ein Signal zu geben, wie beide reagieren sollen.

Ein akustischer Reiz ruft im Gehirn an zwei Stellen Reaktionen hervor:
     1.) Mandelkern (Amygdala)
     2.) Großhirnrinde (Kortex)

Der Mandelkern ist wesentlich an der Entstehung von Angst beteiligt und spielt eine sehr wichtige Rolle im emotionalen bewerten von Situationen sowie der Analyse von möglichen Gefahren.
In der Großhirnrinde werden bewusste Vorgänge, kognitive Prozesse, planvolles Handeln und das Ausführen von Bewegungen verarbeitet.
Die Leitung zum Mandelkern ist die schnellere, das heißt jeglicher Reiz gelangt zuerst dorthin und die angepasste Reaktion wird eine emotionale sein!

Der Hund nimmt noch Geräusche wahr – im Ultraschallbereich, die der Mensch schon lang nicht mehr hören kann. Das heißt, wenn wir nichts mehr hören und der Meinung sind, unsere Umwelt sei absolut still, muss das bei Weitem nicht bedeuten, dass dies für den Hund ebenso ist.

Auf impulsive Geräusche reagieren Hunde am empfindlichsten, weil sie plötzlich auftreten. Das Geräusch eines Flugzeuges, welches sich langsam annähert und dann steigert ist besser zu verarbeiten als ein Schuss, Knall oder Donner.
Letztere Geräuscharten sind nicht vorhersagbar und sind aufgrund fehlender Ultraschall-Wellen schwer zu orten.

Der Weg zur Geräuschangst kann vielfältig sein und sehr individuell.
Ein weiteres großes Problem ist, dass Angst sich schnell vervielfältigt und ausweitet. Ein bislang einzelnes angstauslösendes Ereignis kann schnell mit anderen zeitnah auftretenden Reizen verknüpft werden.
Beispiel: Hund erschrickt bei Anschalten des Staubsaugers. Später kann er schon ängstlich reagieren, wenn der Staubsauger nur hervor geholt wird.

Angstverhalten muss beachtet und therapiert werden, denn je länger es sich etabliert, desto schlechter sind die Prognosen für eine Verbesserung.
Das gern propagierte Ignorieren von Angstverhalten ist schlichtweg falsch und verhilft dem betroffenen Hund nicht zur Verbesserung seiner Situation!
Durch Zuwendung kann Angst nicht bestärkt werden!

Silvester steht vor der Tür, Gewitter gibt es in unseren Breiten nahezu das ganze Jahr über.
Das heißt, es besteht bei betroffenen Hunden immer Trainingsbedarf.
Auch hier gilt: Je früher Ängste erkannt und therapiert werden, umso günstiger ist die Prognose für positive Veränderung.

Die Therapie von Ängsten setzt Sensibilität und Geduld voraus.
Sie ist umfangreich und zeitintensiv aber durchaus Erfolg versprechend.

Verhelfen Sie sich und Ihrem Hund zu mehr Lebensqualität.
Damit das neue Jahr auch wirklich ein frohes wird.