Von dicken Köpfen und unerfüllten Bedürfnissen...

Regelmäßig lese oder höre ich den Satz: „Mein Hund ist stur! Der macht, was er will!“

Gern werden auch ganze Rassen/Gattungen als sture Köpfe bezeichnet wie z.B. alles was es an Terriern gibt, Dackel und Herdenschutzhunde.

koepfeDie Definition von Sturheit lautet: Eigensinn, Unnachgiebigkeit. Und schon haben wir die Erklärung für dieses Etikett, welches gern mal auf Hunde gebappt wird, die nicht so wollen wie ihr Mensch will.

Es gibt Hundetypen, die für verschiedene Aufgaben gezüchtet wurden. Herdenschutzhunde mussten für ihren Job z. B. sehr eigenständig sein und auch unnachgiebig, wenn die Herde bedroht wurde.

Der Terrier und der Dackel wurden für jagdliche Zwecke genutzt, die sollten mutig und ebenso unnachgiebig sein, damit die Jagd erfolgreich endete.

Heutzutage wird aber schnell der Hund als stur bezeichnet, der nicht fürs erste und warme Wort sofort parat steht. Dies sagt aber nichts über den jeweiligen Hund aus, sondern über den Menschen, der mit ihm arbeitet. Dieser ist aber durch die Tatsache, dass er seinem Hund böse Absichten unterstellt, trainingstechnisch im Kopf vernebelt. Was bedeutet, man greift in die Strafenkiste. Weil anders geht es ja (angeblich) nicht.

Hunde mit Eigensinn sind toll! Sie bringen die grauen Zellen in Wallung und stellen das eigene Training in Frage. Ein besseres Feedback aus erster Hand kann es doch gar nicht geben!

Fakt ist aber: Auch eigensinnige und selbständige Hunde können trainiert werden. Und natürlich auch über das Prinzip der positiven Verstärkung. Dazu muss man sich Gedanken machen, was dieser Hund denn genau an Bedürfnissen hat und womit ich ihn motivieren kann.

Seid weniger negativ Euren Hunden gegenüber eingestellt, sondern nehmt sie als das, was sie sind: großartige und schlaue Zeitgenossen, die nicht in 0815-Schablonen passen.

Und wer will schon 0815....